Schlagwort-Archive: privatsphäre

Zeit.de – Die Privatsphärenfalle

/******* Manchmal kommen die Erkenntnisse in der falschen Reihenfolge. In der SPEX hatte ich vor ein paar Wochen den alternativen Weg beim Kampf gegen Überwachung in der Post-Snowdenzeit aufgezeigt: Das neue Spiel. Aber erst jetzt – nach der Bundestagswahl – wird endgültig klar, warum der bisherige Diskurs über Überwachung in eine Sackgasse geführt hat. Darüber habe ich auf Zeit Online geschrieben. *******/ Es muss als historischer Zufall gewertet werden, dass die diesjährige Bundestagswahl mitten in den größten Datenschutz-Skandal der Weltgeschichte fiel. Potenziell alle Internetdaten werden in Echtzeit gescannt, gespeichert und ausgewertet. Daten aus Social Networks werden in Massen weitergegeben, verschlüsselte Verbindungen werden geknackt oder umgangen. 2013 wird als das Jahr der Datenschmelze in die Geschichte eingehen. Zur gleichen Zeit läuft die bundesrepublikanische Presselandschaft zur Höchstleistung auf. Sie setzt den Überwachungsskandal immer wieder ganz oben auf die Tagesordnung, berichtet scharf und detailliert, monatelang, in ungeahnter Qualität und kritischer Haltung. Während all dem tut die Bundesregierung: nichts. Es gibt ein paar Appelle, ein Besuch des Innenministers in Amerika, ansonsten Rechtfertigungen, peinliche Ausrutscher, Beschwichtigungen und Lügen. Selbst Angela Merkel, sonst die ruhige Managerin im Hintergrund, kommt zum ersten Mal ins Schleudern. Und das mitten im Wahlkampf. Das Ergebnis: Die Union erringt einen historischen … Weiterlesen

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Demokratisch in die Kontrollgesellschaft

Gestern war ich bei einem Treffen der OHU Öffentlichkeit und Privatheit des von Google betriebenen Collaboratorys. Das erste Thema, über das wir sprachen, war das aus der Initiative heraus entstandene Projekt der Offline-Tags. Die Idee ist denkbar einfach: Man klebt sich einen Button sichtbar auf die Kleidung und kann so für Mensch und Maschine sein Bedürfnis nach öffentlicher Privatsphäre ausdrücken, d.h. unter welchen Umständen man mit den allgegenwärtigen Fotokameras und ihrem Internetzugang konfrontiert werden möchte. Eines der Tags steht für “keine Fotos”, eines für “Bitte vorher fragen”, eines für “Fotos gerne, aber kein Personen-Tagging”. Ein einziges steht für “Fotografieren und Taggen: bitte gerne!“. Die Tags sollen auch maschinell ausgelesen werden; eine entsprechende App ist bereits in der Mache. TweetGestern war ich bei einem Treffen der OHU Öffentlichkeit und Privatheit des von Google betriebenen Collaboratorys. Das erste Thema, über das wir sprachen, war das aus der Initiative heraus entstandene…

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Kontrollverlust und “Privatsphäre”

Postprivacy ist ein interessanter Diskurs, aber er hat eine Macke. Die meisten Dinge, über die wir reden – jedenfalls im Zuge dessen, was ich den Kontrollverlust nenne – lassen sich nur unter äußersten Schwierigkeiten über den Begriff des “Privaten” adressieren. Denn: Was ist überhaupt private Information? TweetPostprivacy ist ein interessanter Diskurs, aber er hat eine Macke. Die meisten Dinge, über die wir reden – jedenfalls im Zuge dessen, was ich den Kontrollverlust nenne – lassen sich…

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Uebermorgen

Von allen Dummy-Formaten, die Blinkenlichten so raushaut, hat es mir Übermorgen am meisten angetan. Der erste Teil über die Zukunft der Werbung war schon sehr inspirierend. Jetzt ist der zweite draussen und beackert gleich mein Fachgebiet. Die Zukunft der Privatsphäre. Ganz hervorragend durchdacht und verargumentiert, auch wenn ich mit dem Schluss nicht einverstanden bin. Aber seht erst mal selbst: TweetVon allen Dummy-Formaten, die Blinkenlichten so raushaut, hat es mir Übermorgen am meisten angetan. Der erste Teil über die Zukunft der Werbung war schon sehr inspirierend. Jetzt ist der zweite…

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Identität im Zeitalter ihrer technischen Ignorierbarkeit

Es war etwas still hier in diesem Blog, ich möchte mich dafür entschuldigen. Ich könnte jetzt vor allem Zeitgründe für die längere Pause anführen (was auch stimmt), aber das ist nicht der Hauptgrund. Ich stand vor einer Herausforderung, die sich, seit ich dieses Blog zu schreiben begann, von Anfang an manifestierte und seitdem übermächtig über meinem Kopf schwebte und je weiter ich es aufschob, mich damit zu befassen, desto bedrohlicher wurde es. Und es ist nicht so, als hätte ich das nicht versucht. Ich habe viel gelesen, mir noch mehr Gedanken gemacht und alle Szenarien immer und immer wieder durchgespielt. Aber egal wie viele Texte ich anfing, ich war jedes mal unzufrieden. Vor allem aus einem Grund: das Thema ist zu wichtig. Das Thema ist weit aus wichtiger als der “Zweite Markt” und der Untergang des Informationsgeschäfts. Und manch einer machte mich schon darauf aufmerksam, dass das Thema auf jeden Fall erwartet wird. Ich will mich dem nun endlich stellen: dem Thema Datenschutz. TweetEs war etwas still hier in diesem Blog, ich möchte mich dafür entschuldigen. Ich könnte jetzt vor allem Zeitgründe für die längere Pause anführen (was auch stimmt), aber das ist…

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