Diaspora – Facebook – Twitter und das Filterproblem

Nun ist es also da, das lang ersehnte und mit Erwartungen und Aufmerksamkeit überschüttete Studentenprojekt Diaspora, das angetreten ist, die Alternative zu Facebook zu sein.

Man muss allerdings nicht Marcel Weiß sein, um dem heren Ziel des Projektes nicht einen Deut Chance einzuräumen. Dabei ist das alles gar nicht mal schlecht, was sie abgeliefert haben. Es sieht schick und übersichtlich aus, lässt sich auch nett bedienen. (wer mich adden will: mspro@joindiaspora.com) Aber hey, der Markt für Social Networks ist nun mal sowas von dicht und die Lockineffekte und auch der Technologievorsprung von Facebook sind kaum einzuholen.

Es sei denn man bietet etwas völlig Neuartiges an. Das tut Diaspora allerdings nicht. Neben der Möglichkeit des Betriebs von eigenen Installationen und der Tatsache, dass das ganze Opensource ist, hat es nur eine Neuerung zu bieten: die “Aspekte“.

Aspekte sind so etwas wie Gruppen oder Listen. Man kann seine Kontakte dort reinschubsen und dann mit den einen so und den anderen so kommunizieren. Also etwa so, wie man es im Reallive macht, dass man eben eine andere Rolle spielt gegenüber dem Kegelverein, als gegenüber der Familie, als den Freunden, als den Arbeitskollegen, etc. Die Aspekte trennen also die Sozialsphären voneinander, so dass man sie mit einer unterschiedlichen Kommunikationspolitik bespielen kann.

Man baut sich also diese Mauern zwischen den Leuten, zieht Grenzen: jedes mal die Frage, wie sehr kenne ich den? In welche Gruppe tue ich ihn? Und wenn man den Kollegen besser kennenlernt, dann tu ich ihn in Gruppe Freunde rüber. Und den Typen aus dem Kegelverein, den ich gar nicht leiden kann?

Und so verwaltet man das alles so vor sich hin und verliert völlig die Übersicht, welche Information man jetzt mit welcher Gruppe geteilt hatte und auf welchem Informationsstand x jetzt ist, oder ob man ihn vorher oder nachher in die Gruppe geholt hatte und ob die Information Z nicht für die Gruppen A und B, naja B nicht ganz, aber auf keinen Fall C und … Herrje!

Wer will denn das? Die User? Seriously? Ich bin bekanntlich kein Freund von Facebook, aber ich bin sicher, dass Zuckerberg so ein Feature eingeführt hätte, wenn die Leute es so wollen. Und ich bin mir sicher, dass sie es nicht wollen.


[Link]

Was ich noch etwas verstanden hätte, wäre, wenn man die Gruppen zur Newsfilterung nutzt, ähnlich wie die Twitterlisten (die aber auch nicht sonderlich erfolgreich sind). Dass man die Stati bestimmter Gruppen z.B. aus seiner Timeline abschalten kann. Oder die einer anderen bevorzugen. Wobei auch das eine nur so mäßig effektive Filtermethode ist.

Denn darum geht es nämlich. Jetzt und in Zukunft immer mehr: Filterung.

Nicht die Kontrolle über die ausströmende, sondern die Bändigung der einströmenden Information ist das Problem der Zukunft. Das haben die Diasporamacher nicht verstanden. Das verstehen die meisten immer noch nicht. Und sie verstehen es nicht, weil nach wie vor die falschen Metaphern unterwegs sind. Weil die Metaphern aus der realen eine so achso bequeme Brücke bauen in die digitale Welt, aber letztendlich die Sicht auf die tatsächliche Funktionalität versperren. Kristian Köhntopp hat das letztens schön formuliert:

Aktuell scheitert Miriam Meckel an Facebook, und versteigt sich bei den Freunden von Jeff Jarvis über Dunbar und Montaigne zu Aristoteles. Die falsche Richtung. Guck nach vorne Miriam: Was macht ein ‘+1′ oder ein Like-Button genau?

Genau, er abonniert ein Statusabo – ich bekomme einen Kanal mehr, den Facebook auf meinem Wall aggregiert und unter die Meldungen meiner anderen Abos mischt. Er macht also genau das, was ein RSS ‘subscribe’ macht, und könnte genau so gut auch ‘subscribe’ heißen. Anders als ein RSS Abo ist Facebook aber symmetrisch: Ich abonniere Deine Statusupdates und Du bekommst dafür meine.

Ja, es geht bei der Facebook-”Freundschaft” dem “Like” und so weiter um Filterung, Aggregation und Abonnements. Das heißt um die Konfiguration einer Query! Und letztendlich nur darum.

Das “oh, guck mal, da sind wir jetzt befreundet“-Erlebnis hält nur einen Moment. Der Sammeltrieb nach Bekannten ist irgendwann gestillt. Und dann? Will ein Social Network dann noch einen weiteren Mehrwert bieten, muss es als Kommunikationsplattform und da vor allem als persönlicher Newsaggregator nütztlich sein. Das funktioniert bei Facebook und anderen Social Networks, nun ja, leidlich.

Gerade hierfür hat sich Twitter und das asynchrone Followen sich als ungleich mächtiger erwiesen. Natürlich ist das Konzept erstmal Kontraintuitiv und nicht so gefällig wie eine “Freundschaft“. Und wer schon mal versucht hat, Twitter zu erklären, weiß was ich meine.

Aber auf lange Frist, wenn die irreführenden Metaphern verblassen und die Menschen anfangen, tatsächlich ihren Nutzen aus den Netzwerken ziehen zu wollen, wird Twitter gewinnen.

Deswegen habe ich gestern mit Marcel Weiß eine Wette abgeschlossen: In zwei Jahren – also im November 2012 – wird Twitter mindestens genau so groß sein, wie Facebook, in Sachen Nutzeranzahlen. Etwas kühn, ich weiß, ich hab mich da hinreißen lassen. Aber wenn ich recht habe und sich herausstellt, dass es sich Zukunft alles nur um Filterung dreht, dann wird sich Twitter einfach als das brauchbarere Tool durchsetzen.

Aber gut, haben auch nur um 50 Euro gewettet.

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41 Antworten auf Diaspora – Facebook – Twitter und das Filterproblem

  1. Pingback: Die Filterwette « H I E R

  2. Helge Rausch sagt:

    FYI, Facebook hat durchaus eine ähnliche Funktionalität wie Diasporas Aspekte. Man kann seine Freunde in Listen einsortieren und bei jedem Statusupdate genau angeben, wer das sehen darf, bzw. per default nur einem Bestimmten Kreis sichtbar machen.

  3. drikkes sagt:

    So neu sind diese Aspekte jetzt auch nicht. Google hat das vor Monaten bei (naja) ORKUT eingeführt. Hier die Ankündigung von damals. Bei Googles Social Network heißen die allerdings nicht Aspekte, sondern Gruppen.

    Fand ich gleich nicht so dolle.

  4. mspro sagt:

    Helge Rausch – ja, stimmt. Hatte ich vergessen zu erwähnen. Dispora geht da aber meines Erachtens noch ein Ttück weiter. Jeder Aspekt hat auch ne eigene Timeline und die Struktur ist schon so, dass jede Gruppe immer eine eigene Ansicht hat, etc. Aber im Grunde hast du schon recht.

  5. seb sagt:

    Warum gehst Du nicht auf das wichtigste Anliegen von Diaspora ein – der Dezentralität / Kommunikation zwischen eigenständigen Servern?

    Die Alpha ist natürlich so funktionsminimiert, dass man sich fragt: “Was genau machen die da die ganze Zeit?” – das filtern wird kommen, aber das gefilterte Senden ist genau so wichtig.

    Und nur weil Mark irgendwas nicht macht, heißt es nicht, dass es nicht sinnvoll ist.

    Es ist halt viel komplexer mit echten Kontaktgruppen umzugehen – und es fehlt der sinnvolle Weg, diese Komplexität runter zu brechen.

    Aber der dahinter liegenden Mechanismus ist ja in der Google Präsi “The Real Social Network” sehr gut beschrieben: http://www.thinkoutsidein.com/blog/2010/07/data-behind-real-life-social-network/ (unbedingt ansehen: http://www.slideshare.net/padday/the-real-life-social-network-v2 )

    Das ist BTW auch der Grundfehler der Postprivacy Propheten: Es geht nicht darum, ALLES mit ALLEN zu teilen. Es geht darum, mehr mit mehr Gruppen zu teilen, aber auch einfache Möglichkeiten der geteilten Verteilung zu finden.

  6. Simon Weiß sagt:

    Aber ist nicht genau diese asynchrone Filterung auch etwas, was Diaspora von anderen sozialen Netzwerken unterscheidet? Klar, Kontakte sind immer noch symmetrisch – aber ein Kontakt heißt erstmal nur “du darfst mein Profil lesen”, ob ich einen Kontakt tatsächlich in irgend einen von mir gelesenen Aspekt oder in den Aspekt “Mülleimer” schiebe, bleibt mir überlassen.

    Die Filtermöglichkeiten aus den Aspekten sind natürlich noch stark ausbaufähig, aber es ist ja auch noch eine Alphaversion.

  7. seb sagt:

    Nachtrag: Außerdem kann man ja inzwischen bei FB seine Daten exportieren – es wird spannend, wenn man die bei Diaspora wieder importieren kann….

  8. mspro sagt:

    Simon, ja die Möglichkeit habe ich oben ja auch angesprochen. Aber die Twitterlisten zeigen ziemlich deutlich, dass so ein Filteransatz nicht sehr effektiv ist.

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  10. “[...] im November 2012 wird Twitter mindestens genau so groß sein, wie Facebook [...]”

    So groß wie Facebook heute ist, oder beide gleich groß?

  11. mspro sagt:

    Beide Gleich groß (oder größer) zur Stichzeit.

  12. DedalusRoot sagt:

    Ich habe völlig übersehen, dass Du für crtl+verlust ein eigenes Blog eingerichtet hast, auf dem sogar die alten FAZ-Beiträge zu finden sind… und das seit ‘nem halben Jahr. Shame on me!

    Ich finde Diaspora auf den ersten Blick ähnlich kontraintuitiv wie Twitter. Ich bezweifle auch, dass allein die Möglichkeit Filter zu setzen, Diaspora zum (herbeigeredeten) Facebook-Killer macht… eben weil der Filter auf der falschen Seite sitzt. Außerdem vermute ich, dass ein Großteil der Benutzer in sozialen Netzwerken die Apple’sche “It just works”-Philosophie bevorzugen… Da will keiner stundenlang drüber nachdenken in welchen Aspekt er welchen Kontakt jetzt packt… einfach “anfreunden”, zack, fertig. Und solche Menschen nehmen dann auch den tagtäglichen SPAM in Ihrem Facebook-Newsfeed in Kauf.

  13. Trotzendorff sagt:

    “Es sei denn man bietet etwas völlig Neuartiges an. Das tut Diaspora allerdings nicht.” Ist es denn nichts Neues, offen und transparent mit den Daten seiner Nutzer umgehen zu wollen? Ist es nichts Neues, ein dezentrales Netzwerk aufzubauen? Sind nicht das die eigentlichen Knackpunkte, wegen denen die Macher von Diaspora glauben, Facebook wirklich gefährlich werden zu können? Die Aspekte, die Diaspora anbietet, mögen für den einen praktisch, für den anderen unpraktisch sein (der sie dann ja auch löschen kann). Im Kern aber geht es doch um etwas ganz anderes, oder?

  14. Marcel Weiß sagt:

    Leicht verdiente 50 Euro.
    Will sonst noch wer?

  15. Enno sagt:

    Die Wette verlierst du. Aus genau dem Grund, warum keiner die Aspekte mag oder Listen bei Twitter nutzt. Twitter ist nicht nur schwer zu erklären: Auch 9/10 der Nutzer lassen es schnell wieder links liegen. Facebook ist mit Konzept/Denke viel viel dichter am Normalo mit seiner Alltagserfahrung. Wie sieht das eigentlich mit der Wette aus, wenn Twitter seine Funktionalität in den nächsten 2 Jahren grundlegend ändert? Oder Facebook von Kartellwächtern zerschlagen wird? ;)

  16. mspro sagt:

    Zu der Dezentralität. Das ist alles schön und nett und auch gut gemeint. Aber was hat der User davon? Und nicht im Sinne von “gutes Gewissen”, “Sicherheit” oder irgendwelche abstrakten Dingen, sondern was hat er konkret davon? Eher nichts, deswegen wird es keine Rolle spielen.

    Seb – Sorry, für’s späte freischalten. Irgendwie will mich WP heut nicht informieren…

    Nun, ob die Menschen gruppiert kommunizieren wollen, werden wir sehen. Ich glaube da nicht dran. Das ist kompliziert, nervig, frustrierend und dazu extrem Berteuungsintenviv. Die verlinkte Präsentation kenne ich und die Argumentation erzähl ich schon lange. Aber zu lösen ist es nicht.

  17. mspro sagt:

    Enno – ich spekuliere darauf, dass sich durch den mittlerweile Massenhaften Einzug der “Normalos” in’s Internet auch deren Mindset modifizieren wird und sie sich von den Alltagsmetaphern emanzipieren werden. Kann sein, dass ich mich irre. Aber nur unter der Bedingung, dass “Normalo” auch in Zukunft bedeuten wird, nichts mit dem Internet zu tun zu haben. Aber da sprechen alle Anzeichen dagegen.

  18. Trotzendorff sagt:

    Ich finde Sicherheit, besseren Datenschutz und Unabhängigkeit von einem Anbieter/Konzern ganz und gar nicht unkonkret.

  19. Bätschman sagt:

    Ich denke Diaspora wird zu Beginn (die ersten 2 Jahre) hauptsächlich für die Nerds bzw. die technisch interessierten Leute von Bedeutung sein. Der Rest und das sehe ich an meinem Umfeld, wollen einfach Bildchen tauschen und sich gegenseitig lustige Sprüche schicken. Themen wie Datensicherheit usw. empfinden sie als lästig. Teilweise auch psychologischer Verdrängungseffekt. Aber dennoch wollen sie wie es schon DedalusRoot sagt: “It just works”. Ist ja gleiches Spiel bei Jabber und ICQ bzw. MSN. Lieber Rechte abgeben aber dafür einfache Handhabung. Oder S/MIME und Freemail. Alles zu aufwendig. Informieren würde Zeit kosten, die dann nicht mehr auf Facebook verbracht werden könnte :-)
    Und dann ist da ganz klar der Gruppenzwang. Gerade für jüngere Leute. Ohne Facebook bist du nicht existent. Niemand kennt dich. Wer sein Facebook Konto löscht ist kurz vor dem polizeilichen Abtauchen. ;-)

    mfg Bätschman

  20. Jan Schmidt sagt:

    Ich glaube auch, dass Du die Wette verlierst – Facebook ist “Konversation”, Twitter ist “Publizieren” – und die allermeisten Menschen wollen Konversationen betreiben, aber nur ein Bruchteil will publizieren.

  21. mspro sagt:

    Jan – guter Einwand. Hier ist sicher der neuralgische Punkt in dem Unterschied unserer Sichtweisen: Du hast natürlich recht mit dieser groben Einteilung (allerdings sind da die Grenzen sehr fließend). Aber “Koversation” und “Publizieren” sind Kategorien des Sendens/Aufschreibens/Speicherns. Und mein Ansatz ist ja gerade diese Seite der Kommunikation als überbewertet zur Seite zu stellen und versuchen die Medien nach der Frage des Lesens/Kosumierens/Filterns her zu beurteilen. Das ist uns nämlich fremd, denn wir hatten bislang vor allem die Filter an der anderen, der Senderseite. Sie verlagert sich aber zunehmend und immer stärker.

    Und das meinte ich letztens auch mit “Subjektzentrierung”. Eine Medienbetrachtung, die vom Sender her denkt und ordnet ist eine subjektzentrierte Betrachtung. In der kommenden Biliothek von Babel spielt diese aber eine immer marginalere Rolle. Stattdessen definiert sich Öffentlichkeit/Information/Kultur eigentlich alles zunehmend von der Abfrage, also vom Anderen her.

    Ok, das wird jetzt zu kompliziert… Ich muss das noch mal gesondert aufschreiben…

  22. I'm psyced sagt:

    Dezentralisierung und open source ist doch schon mal ein echter Fortschritt. Und wenn ich auch noch meinen eigenen Server aufsetzen kann, umso besser. Die breite Masse lechzt doch gerade nach einer Alternative zu Facebook.

  23. Pingback: Wie immer – Ich wills nicht wissen. | DENKDING

  24. Ich finde, Twitter und Facebook lassen sich nicht einfach so vergleichen, es sind zwei ganz unterschiedliche Tools. Ganz abgesehen davon, dass man beides so individuell nutzen und konfigurieren kann, dass Verallgemeinerungen sowieso nicht sinnvoll sind. Dass es immer mehr um die Abfragen und immer weniger um das Senden geht, dem würde ich zustimmen (wobei: Wenn nix gesendet wird, kann an auch nix abfragen, und immer noch und auch noch in 2 Jahren ist nur ein sehr kleiner Ausschnitt aus der Realität im Internet abgebildet, jedenfalls wenn man sich nicht ausschließlich für “Netzthemen” im engeren Sinne interessiert). Aber: Gerade was das “Abfragen” betrifft, bietet Facebook genauso viele Möglichkeiten – die einzige Möglichkeit, die fehlt, ist die, das man jemandem, der das nicht will, nicht “befreunden” kann (obwohl: Das ist bei Twitter ja auch so: nicht nur, weil man Tweets auch “schützen” kann, sondern weil man einfach nicht twittern kann). Also ich verstehe deinen logischen Gedankengang “Abfragen werden wichtiger” zu “Twitter wird wichtiger als Facebook” nicht. Wieso folgt das eine aus dem anderen?

  25. noel sagt:

    mspro und seine blinde Twitterverliebtheit…

    Twitter wird bleiben wo es ist, d.h. nur noch mäßig wachsen, weil es einfach die Bedürfnisse nur einer ganz bestimmten Zielgruppe erfüllt (die aber unvergleichlich genial): Desktoparbeiter die von berufswegen wegen auf dem Laufenden bleiben müssen und ein paar anderen, deren Gehirne faszinierenderweise auch auf die gleiche Weise funktioniert.

    Es ist kognitiv unvergleichlich viel anstrengender sich Nachrichten für eine Gruppe fremder Leser auszudenken, außer man ist von sich ziemlich überzeugt – und das sind nicht so viele Menschen. Der Rhythmus von Twitter ist auch schlecht kompatibel mit einem acht Stunden Arbeitstag auf einer Baustelle.

    Und Fotos und lauter andere Gucki-Klicki Gimicks gibt es da auch nicht. Fügt man das aber zu Twitter hinzu, dann ist das nicht mehr Twitter.

  26. Die nette Gästin sagt:

    Worüber reden wir denn hier?

    0815 kann gerne bei FB bleiben, auf die zielt Diaspora garnicht ab denkle ich- noch nicht.
    Diaspora will dezentral sein und einem Netzwerk die Möglichkeit geben die Kontrolle über seine Daten zu belassen.

    Das IST ein NOVUM, die Möglichkeit der Selbstbestimmung kann man klein reden, aber die offene Struktur könnte ein grosser Vorteil sein.

    Ich zumindest beobachte Diaspora seit ich davon erfahren habe und würde mich freuen, wenn aus dem projekt was wird.

    Gruss vonna Gästin

  27. Pingback: Die unerträgliche Lameness des Web 2.0 - Die wunderbare Welt von Isotopp

  28. Sean Kollak sagt:

    Interessanter Artikel. Ich halte Twitter aufgrund der Filter-Möglichkeiten und dem asynchronen Follower-Prinzip auch für besser nutzbar als Facebook.

    Aber eine Anmerkung zu deinem Blog: Die Schrift ist echt schwer lesbar.

  29. mspro sagt:

    Antje – mag sein, dass ich in Sachen Facebook vorurteilsbefangen bin (das kreidet mir Marcel Weiß auch dauernd an) aber ich habe schon sehr stark den Eindruck, dass die Kommunikationsstruktur dort weniger effektive Filterwerkzeuge bewerkstelligen als das Followmodell bei Twitter. Und das liegt an den abgelutschten Metaphern.

    Es ist durchaus ein Paradigmenwechsel das Web 2.0 als “Queryology” zu betrachten. Und ich denke, es wird Zeit dazu. Queryologisch ist Twitter Facebook überlegen. Aber dass Twitter deswegen das Ratrace gewinnt ist wie gesagt eine steile These meinerseits.

    Es kann ganz anders kommen. Ein kommender Dienst, der noch mal einen revolutionär neuen Ansatz bietet und beide: Facebook und Twitter alt aussehen lässt, z.B. Oder gleich das Web 3.0. Wer weiß das schon.

    Wichtig ist vor allem, dass man einen Dienst als eine Lösung des Filterproblems begreift.

    Und klar ist es so, dass Leute senden müssen, damit man filtern oder abonnieren kann. Aber das Sendeproblem hat sich mit der Digitaltechnik und dem Internet weitgehend gelöst. Die Speicherproblematik ist abgehakt. Die Geschichte der Aufschreibsysteme ist an ihrem Ende. Und am diesem Ende steht die Biliothek vom Babel.

  30. zerv sagt:

    natürlich wird diaspora es schwer haben! das zentrale anliegen des ganzen ist allerdins (wie zum teil schon in obigen posts erwähnt) das facebook ‘monopol’ zu brechen: und ‘dem user’ die kontrolle über seine daten (vorbild zb: peer 2 peer) zurückzugeben!
    stichworte: NET PRIVACY, SPYING, DATAMINING etc
    siehe hierzu den talk der diaspora inspirierte:

    http://www.youtube.com/watch?v=QOEMv0S8AcA

  31. Anja sagt:

    Simon hat recht, im Grunde ist ja das “für die Welt”-Posten das Publizieren im Sinne von Jan, das Kommunizieren findet erst mit Einordnung in Aspekte statt.

    Cool wäre, wenn man tatsächlich auch die öffentlichen Nachrichten von Leuten lesen könnte, die einen nicht zurück abonniert haben. Oder man auch mal einen Blick in den kompletten Diaspora-Stream werfen könnte.

    Aber ließe sich das nicht über Anpassungen und neue Aspekte lösen?

    Am Ende könnte dann jeder selbst entscheiden, wie kompliziert er sich’s macht. Man könnte nur einen öffentlichen Stream machen, oder x Aspekte.

  32. zottel sagt:

    Natürlich sind Aspekte auch Eingangsfilter, weil ich dort ja eben nur die Posts von Leuten sehe, die in diesem Aspekt sind. Außerdem sehe ich die Zuordnungsproblematik nicht so gravierend, schließlich kann man eine Person auch mehreren Aspekten zuordnen (auch wenn das momentan noch nicht so arg intuitiv ist).
    Außerdem ist es auch möglich (@Anja), die Public Posts von anderen zu sehen, mit denen man nicht verbunden ist – blödsinnigerweise wird allerdings ein Post momentan nur dann public, wenn man ihn auch aus Diaspora heraus an Twitter und/oder Facebook schickt.
    Ich persönlich finde die Aspekte toll, als Aus- wie als Eingangsfilter. Trotzdem bleibt es richtg:
    Aspekte allein sind nicht genug, Privatsphäre auch nicht. Damit die Massen Facebook verlassen, müssen schon noch ganz andere Dinge dazukommen. Ich wüsste nicht, was eigentlich. Und das ist das eigentliche Problem der Ablösungs-Hoffnungen. Es benutzt ja auch kaum jemand Jabber, obwohl es dezentral und eigentlich viel praktischer ist als AIM, ICQ und Konsorten.
    Meine eigenen Erfahrungen mit Diaspora gibt es hier.

  33. Pingback: links for 2010-12-21 « KARLENDER

  34. Ich möchte auch noch etwas zu deinem nicht mehr ganz aktuellen Post loswerden. Ich denke nicht, dass man Aspekte so anwenden muss, wie du es beschrieben hast in einer linearen Skala von “Best friends” bis “Musste ich aus gesellschaftlichen Zwängen adden”. Ich schreibe bei Twitter und Facebook beispielsweise über verschiedene Themen, die nur bestimmte Zielgruppen interessieren.
    Da gibt es Dinge aus dem Privatleben, tägliche Webworker-Nörgeleien, News von dem Content-Management-System meiner Wahl, was den Großteil der anderen Webworker wieder kaum interessiert und dann noch eine Prise Netzpolitik und digitale Gesellschaft – zusätzlich teilweise dann auch auf englisch und deutsch. So kommt es dass normalerweise ein Beitrag von mir für maximal 20% meiner Follower/Freunde potentiell interessant ist.
    Für mich kommen die Aspekte wie gerufen: Jemand aus dem Bekanntenkreis? -> Privat? Er macht auch Webentwicklung? Dann kommt er auch auch noch in den Webdev-Aspekt.
    Es geht also nicht so sehr darum wer etwas wissen darf, sondern eher wen was interessiert und in welchem Zusammenhang ich jemanden kenne.
    Ich denke auch, dass Diaspora auf der Jabber-Schiene untergeht und finde es aus genannten Gründen schade.

    Wenn du noch mehr Geld loswerden willst, ich halte ebenfalls dagegen.

  35. Pingback: Fünf Facebookanwendungsfälle eines Facebookhassers « H I E R

  36. Pingback: Die Filterbubblebubble | ctrl+verlust

  37. Pingback: Queryologie - Die wunderbare Welt von Isotopp

  38. Pingback: Channels statt Circles: Google+ reparieren | ctrl+verlust

  39. “… die Stati…”? Dit gibs nich (und macht mir unangenehme Gänsehaut)… Aber sonst d’acord!

  40. Pingback: And the Winner is: Facebook! « H I E R

  41. Martin H. sagt:

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